Wunderbare Welt der Kräuter
Endlich ist er da – der Frühling mit seiner neuen Energie und der Kraft der Sonne. Schon der bloße Anblick von Kräutern kann uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern: das zarte Grün der jungen Triebe, das leuchtende Blau des Persischen Ehrenpreises, das kräftige Rot der Taubnessel oder das sanfte Rosa-Weiß der Gänseblümchen. In den Kräutern stecken z.B. ätherische Öle, Bitter- und Scharfstoffe, die unsere Psyche und unser körperliches Wohlbefinden auf vielfältige Weise begleiten können. Frische oder getrocknete Kräuter statt zu viel Salz – die Gesundheit wird es uns danken!
Bei meiner Oma gab es für uns Kinder den berühmten selbstgemachten Löwenzahnhonig oder Maiwipferlsaft. Besonders bei Erkältungen liebten wir diese Hausmittel wegen ihres süßen Geschmacks. Meine Enkerln pflücken gern auf einer naturbelassenen, nicht durch Kot verunreinigten Wiese ein paar gesunde Gänseblümchen fürs Butterbrot. Die Genehmigung des Grundeigentümers hole ich selbstverständlich ein. Kürzlich las ich beim Wandern ein humorvolles Schild: „Lieber Wanderer, merk dir das: Nur ein Rindvieh steigt ins Gras!“ Die Blütenknospen von Gänseblümchen können als Kapernersatz im Gewürzsud eingelegt werden, ebenso jene von Löwenzahn und Schnittlauch. Die Blüten und fein geschnittenen Blättchen eignen sich für Kräuterbutter oder zur Zierde auf Speisen.
In meine Frühlingssuppe gebe ich gern einige frische Kräuter wie junge Brennnesselblätter, wobei bei Histamin Vorsicht geboten ist, außerdem Gänseblümchen, Vogelmiere, Löwenzahn und den oft als Unkraut bezeichneten Giersch. Dazu kommen Zwiebeln, Knoblauch, Wasser sowie Schlagobers oder Kokosmilch. Im Sommer bereite ich mir gern Kräutersalz zu. Dafür verwende ich je nach Geschmack und Vorliebe verschiedene Kräuter wie Rosenblätter von Duftrosen, Schafgarbe, Rosmarin, Thymian oder Majoran. Diese lasse ich trocknen und vermische sie ganz nach Gusto anschließend mit Salz. Auch ein Kräuterpesto geht immer und hält lange. Haben Sie schon einmal ein Basilikum- oder Petersilienpesto probiert? Frisches Basilikum oder Petersilie werden mit Salz, Knoblauch, gutem Olivenöl, Parmesan, geriebenen Walnüssen oder wahlweise Mandeln oder Pinienkernen sowie einem Spritzer Zitronensaft püriert und zu Nudeln, Reis oder Kartoffeln serviert – einfach köstlich und gesund. Im Sommer und bei gutem Wetter im Frühherbst kommt die Zeit der Kräuterernte zum Lufttrocknen. Gartensalbeiblätter finden als Hausmittel bei übermäßigem Schwitzen und zum Gurgeln bei leichten Halsbeschwerden Anwendung. Im Volksglauben gilt Salbei übrigens als Kraut für Weisheit, langes Leben und Schutz vor bösen Geistern. Einige wichtige Hinweise zum Schluss: Es wird keine Haftung für Ihre Anwendung übernommen. Wie schon Paracelsus wusste, macht oft die Dosis das Gift. Bei vulnerablen Gruppen wie Allergikern, Kindern, Schwangeren, Stillenden oder Kranken muss besonders aufgepasst werden. Verwenden Sie nur Kräuter, die Sie zweifelsfrei kennen, lassen Sie ausreichend für Bienen übrig und erkundigen Sie sich vor der Anwendung bei Ihrem Arzt oder Apotheker. Kräuter sollten nur im trockenen Zustand gesammelt beziehungsweise verwendet werden, um Schimmelgefahr zu vermeiden.
Ihre Heidelinde Weixelbaumer Kräuterexpertin
Omas Rezept für Löwenzahnhonig
Zutaten
100g Löwenzahnblüten ohne Grün 1 Bio-Orange und 1 Bio-Zitrone (in Scheiben oder als Saft) 1/2 Liter Wasser 500g brauner Zucker
Zubereitung
Alle Zutaten in einem Topf aufkochen. Den Sud am besten über Nacht ziehen lassen, dann abseihen (Kaffeefilter oder ein Geschirrtuch) und unter gelegentlichem Umrühren nochmals aufkochen und köcheln lassen, bis die Masse Bläschen wirft und sich wie normaler Honig verhält. Die Honigalternative sollte im dunklen Glas bis zum nächsten Winter halten.